Die Gasspürer sind wieder unterwegs

Leitungsnetz der Stadtwerke Herborn wird auf Dichtigkeit geprüft

Der Gasspürtrupp im Einsatz

Dieser Tage sieht man ihn wieder im Einsatz: Den Gasspürtrupp der Stadtwerke Herborn, der die Dichtheit des Erdgasnetzes überprüft. Ausgestattet mit Planwerk, Tablet und Gasspürgerät zieht das zweiköpfige Expertenteam seine Runden, Kilometer um Kilometer laufen die Fachleute dabei die Leitungen ab und stellen sicher, dass sich im öffentlichen Raum und an den Gebäudeanschlüssen keine unbemerkten Gasundichten ausweiten können.

Kaum jemandem ist bekannt, dass zum sicheren Betrieb des Erdgasnetzes die unterirdisch verlegten Gasleitungen regelmäßig auf Dichtheit geprüft werden. Auch in Corona-Zeiten gibt es hier keine Ausnahme. Der Prüfer, ein speziell ausgebildeter Gasspürer eines zertifizierten Fachunternehmens, wird dabei von einem ortskundigen Lotsen begleitet, der anhand von Planunterlagen die genaue Lage der Leitungen vorgibt. So kann sich der Gasspürer ganz auf seine Arbeit konzentrieren. Er schiebt seine Teppichmesssonde direkt vor sich her. Dicht über den Boden geführt saugt sie die Bodenluft über den im Erdreich verlegten Gasleitungen an und leitet sie in das Messgerät, welches sie auf einen möglichen Methangehalt untersucht.

Das Messergebnis kann der Spezialist auf dem vor dem Bauch getragenen Display ablesen. Schon bei der geringsten Gaskonzentration schlägt das hochsensible Messgerät aus, die Herkunft wird genau lokalisiert und die Stelle auf ein mögliches Leck untersucht, welches dann umgehend gemeldet und die Gefährdung ausgeräumt wird.

„Da sich unser Leitungsnetz in einem guten Zustand befindet, kommt dies aber eher selten vor“, informiert Jürgen Meckel, Gas- und Wassermonteur der Stadtwerke Herborn, der die verantwortungsvolle Aufgabe des Lotsen bereits seit vielen Jahren ausübt und dadurch mit Lage und Zustand des Erdgasnetzes bestens vertraut ist. „Bei unserer Arbeit beschränken wir uns nicht nur auf das Netz im öffentlichen Bereich, sondern auch auf die Anschlussleitungen der Gebäude,“ erklärt der Fachmann, „so kommen locker einige Kilometer zusammen und wir können uns über Bewegung an der frischen Luft nicht beklagen.“

Im Stadtwerke-Netz in Herborn, den Stadtteilen, Breitscheid und Driedorf-Roth sind mehr als 4.000 Gebäude an das Erdgasnetz angeschlossen. Es werden vornehmlich Heizungen und Herde mit dem umweltfreundlichen Energieträger betrieben. Erdgas besteht im Wesentlichen aus Methan, dieses ist völlig geruchlos und nicht giftig, jedoch leicht entflammbar. Damit ein Entweichen frühzeitig bemerkt wird, wird dem Gas Tetrahydrotiophen (THT) zugesetzt. Der aus Tetrahydrofuran und Schwefelwasserstoff hergestellte Zusatz sorgt für den typischen schwefeligen Erdgasgeruch.