Energiemanagementsystem der Stadtwerke zertifiziert

Stadtwerke gehen mit gutem Beispiel voran - Energiesparen nun auch zertifiziert.

Am 30. September 2015 sind die Stadtwerke Herborn für die erfolgreiche Einführung eines Energiemanagementsystems (EMS) zertifiziert worden. Ziel der Maßnahme ist es, den eigenen Energieverbrauch zu senken und die Energieeffizienz zu erhöhen. Dazu haben die Stadtwerke eine ganze Reihe von Einsparmaßnahmen umgesetzt und nun durch eine externe Überprüfung zertifizieren lassen. Gegenüber dem Referenzjahr 2012 konnten so mehr als 80.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr Energie eingespart werden. Damit haben die Stadtwerke bereits frühzeitig die europäische Energieeffizienzrichtlinie umgesetzt, die zum 31. Dezember 2016 in Kraft tritt.

(BAT) Die Deutsche Bundesregierung hat für Deutschland das Ziel formuliert, den Verbrauch an Primärenergie bis 2020 um 20 % und bis 2050 um 50 % gegenüber 2008 zu senken und dazu nun die europäische Energieeffizienzrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt, nach der die Energieeffizienz von Unternehmen überprüft und der Verbrauch gesenkt werden soll. Bis zum 31. Dezember 2016 müssen alle Anbieter von Energiedienstleistungen, Energieeffizienzmaßnahmen und Energieunternehmen wie z. B. Stadtwerke ein Energiemanagementsystem (EMS) gemäß DIN EN ISO 50001 eingeführt haben oder bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit durchführen. „Wir haben uns für die Einführung des aufwendigeren EMS entschieden, da wir durch die vertiefende Analyse der Verbräuche und Prozesse tatsächlich Einsparungen beim Energieverbrauch in erheblichem Umfang erzielen können, und dies im Einklang mit unserem Selbstverständnis als Lieferant von Energie und Anbieter von Energiedienstleistungen steht. Natürlich sind wir sehr froh, dass die Qualität unseres EMS offiziell nach deutschem Recht und europäischen Richtlinien zertifiziert ist und wir zeigen können, dass wir in Fragen der Energieeinsparung als Unternehmen mit gutem Beispiel voran gehen“, macht der Geschäftsführer der Stadtwerke Herborn, Jürgen Bepperling, deutlich.

Energieeinsparung von mehr als 80.000 kWh pro Jahr

Durch die Einführung des EMS konnte allein im Jahr 2014 eine Einsparung von mehr als 80.000 kWh oder knapp 12 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2012 erzielt werden. Der Verantwortliche für die Planung und Umsetzung des EMS und Energieberater der Stadtwerke, Michael Krumm, erläutert dazu: „Die Höhe der Energieeinsparung macht deutlich, welche Potenziale es hier durch Verhaltensumstellung und technische Umrüstung gibt. Neben dem Umweltschutz ergeben sich hieraus auch  Vorteile durch Kostensenkungen.“ Im Zentrum der Maßnahmen standen für die Stadtwerke vor allem die Gebäude- und Klima- und Heizungstechnik, der Fuhrpark, aber auch die stärkere Nutzung regenerativer Energien und moderner Techniken. Dazu führt Krumm aus: „So haben wir bei der Erweiterung unseres Verwaltungsgebäudes und der Sanierung des Bestandsbaus  auf Wärmedämmung und Klimatechnik gesetzt. Auch die Erneuerung der Beleuchtungskörper ist unter energieeffizienten Gesichtspunkten erfolgt. Einen Teil unseres eigenen Energiebedarfs können wir zudem durch Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern eigener Betriebsgebäude decken. Letztendlich spielt natürlich auch die regelmäßige Schulung unserer Mitarbeiter für energiebewusstes Verhalten am Arbeitsplatz eine sehr wichtige Rolle.“

Niedergelegt ist die Selbstverpflichtung der Stadtwerke in einem Handbuch zum Energiemanagement. Zu den laufenden und begleitenden Maßnahmen zählen die regelmäßige Erfassung, Bewertung und Interpretation des Energieverbrauchs und die Suche nach Ursachen für eventuelle Veränderungen. Schließlich sollen alle Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen über den aktuellen Stand informiert und geschult werden und sind ausdrücklich aufgefordert, eigene Vorschläge für eine Verbesserung der Energieeffizienz zu machen. „Damit wollen wir selbst natürlich dem Anspruch gerecht werden, den wir an unsere Arbeit für unsere Kunden haben, wenn es um das Thema Energieberatung zur Senkung des Energieverbrauchs und Steigerung der Effizienz geht“, so Geschäftsführer Bepperling abschließend.

» Energiebericht 2014