Erstes Projekt der Herborner „Solarkooperation“

Erstes Projekt der Herborner „Solarkooperation“ zwischen Stadt und Stadtwerken ist in Herborn-Schönbach ans Netz gegangen. Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle liefert künftig Solar-strom mit einer Leistung von über 30.000 Watt ins Stromnetz - Anlage ist Auftakt für kommunale Solarkooperation zwischen Stadt und Stadtwerken - Elf Anlagen sollen rund 130.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr liefern - CO2-Einsparung von 78 Tonnen pro Jahr

„Mit dieser Kooperation haben wir eine Situation geschaffen, von der sowohl die Kommune, als auch die Stadtwerke profitieren“, kommentiert der Bürgermeister der Stadt Herborn und Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stadtwerke, Hans Benner, anlässlich der Inbetriebnahme einer neuen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle im Stadtteil Hörbach.

Die Anlage stellt den Auftakt zu einer ganzen Reihe weiterer Solar-projekte dar, die im Rahmen der vereinbarten Kooperation zwischen Kommune und Stadtwerken umgesetzt werden sollen. Nach dieser Vereinbarung verpachtet die Stadt - vertreten durch den Magistrat - die Dachflächen geeigneter städtischer Gebäude an die Stadtwerke, die diese Flächen zur Installation von Photovoltaik-Anlagen nutzt. Kosten und Umsetzung der Installation werden von den Stadtwerken übernommen. Jürgen Bepperling, Geschäftsführer der Stadtwerke in Herborn, erläutert hierzu: „Grundlage der Vereinbarung ist ein Gestattungsvertrag zur Installation und Nutzung von Photovoltaik-anlagen auf städtischen Gebäuden, der uns eine Nutzung der Dachflächen zunächst bis zum Jahr 2035 ermöglicht. Damit sind die Stadtwerke Eigner und Betreiber der PV-Anlagen und die Stadt Nutznießer des Betriebes. “Die Vereinbarung war Ende 2010 vom Stadtparlament mehrheitlich angenommen worden. 

Solarprojekt setzt Signal für Vorteile kommunaler Kooperation

Nicht ohne Blick auf die Diskussion und anstehende Entscheidung zur Vergabe der Konzession für das Stromnetz der Stadt ergänzt Bürgermeister Benner: „Mit diesem Projekt wollen wir auch ein deutliches Signal für die Vorteile setzen, die Unternehmen in kommunaler Trägerschaft für die Region haben können, wenn sie ohne Beteiligung externer Dritter betrieben werden. Denn alle Erträge, die durch den Betrieb dieser Anlagen erwirtschaftet werden, bleiben hier und kommen letztlich vollständig der Kommune zugute, weil keine Anteile nach gesellschaftsrechtlichen Vorgaben an weitere Gesellschafter abgeführt werden müssen.“

Stromerzeugung von 130.000 kWh/a geplant - 78 Tonnen CO2 werden eingespart

„Insgesamt wurden die Dächer von 20 städtischen Gebäuden hinsichtlich ihrer Tauglichkeit für Photovoltaik von uns bewertet. Elf dieser Gebäude eignen sich für eine Installation“, erläutert Michael Krumm, Energieberater und Projektverantwortlicher für die Solarkooperation bei den Stadtwerken.

Insgesamt ließen sich mit elf Anlagen jährlich rund 130.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. „Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch eines Dreipersonen-Haushalts von rund 3.900 kWh lassen sich so rein rechnerisch mehr als 30 Haushalte in Herborn mit Strom aus Sonnenenergie versorgen“, veranschaulicht Krumm. Deutlich ins Gewicht falle auch der Aspekt des Klimaschutzes, wie Bepperling deutlich macht: „Durch den Betrieb von elf PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 160 KWp oder 130.000 kWh Ertrag pro Jahr lassen sich 78 Tonnen des klimaschädlichen Gases CO2 einsparen.“ Die jetzt ans Netz gegangene Anlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle in Hörbach trägt mit mehr als 26.000 kWh/a zur geplanten Gesamtleistung bei. 

Investition in Solarkooperation passt zu Zielen von Stadtwerken und Stadt

Insgesamt passe die Solarkooperation mit der Stadt ausgezeichnet zum Ziel des Unternehmens, sich als klimafreundliches Stadtwerk mit starkem regionalem Bezug zu positionieren.

Bereits seit dem Jahr 2008 versorgen die Stadtwerke ihre Stromkunden ausschließlich mit klimafreundlichem Strom aus Wasserkraft und große Teile der unternehmenseigenen Dachflächen sind ebenfalls mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. „Auf unseren Gebäuden haben wir eine Gesamtleistung von rund 48 KWp oder rund 41.000 kWh/a installiert. Rechnerisch können wir damit zumindest einen Teil unserer Betriebes mit klimaneutraler Energie versorgen und sparen rund 23 Tonnen CO2 pro Jahr ein“, so Bepperling.

Als jüngstes Projekt ist die Photovoltaik-Anlage auf dem sanierten Wasserwerk in Guntersdorf ans Netz gegangen. Und auch im politischen Herborn scheint das Engagement für klimafreundliche Energie Rückhalt zu haben: „Nicht nur die Herborner Stadtverwaltung, sondern auch die Herborner Politik unterstützt ganz offenbar den eingeschlagenen Weg, wie die Mehrheitsentscheidung für diese Solarkooperation deutlich macht. Damit kommen wir auch dem Ziel einer klima- und umweltorientierten Stadtentwicklung einen wichtigen Schritt näher“, führt Bürgermeister Benner aus. Auf dieser Grundlage bewertet auch der Stadtwerke-Geschäftsführer die Investition seines Unternehmens in die Photovoltaik als langfristigen Nutzen für die Stadt, aber: „wir können nur solange zu einhundert Prozent im Interesse unserer Region handeln, solange wir unabhängig von den privatwirtschaftlicher Interessen möglicher Anteilseigner bleiben“, so Bepperling. Die Investitionskosten für die gerade fertig gestellte Anlage in Hörbach gibt Bepperling abschließend mit rund 81.000 Euro an: „Die Amortisation solcher Anlagen wird bei einem gesicherten Vergütungszeitraum von 20 Jahren, mit etwa 12 Jahren veranschlagt.“

Daten & Fakten zur Solarkooperation:;

Auf folgenden städtischen Gebäuden sollen Solaranlagen installiert werden:
Bürgerhäuser, Feuerwehren, Turnhallen, Kindergärten
Gesamtleitung Solarkooperation (KWp): 160 - 190 KWp
Gesamtleistung (kWh): 130.000 kWh/Jahr - 160.000 kWh/a

Projekt Hörbach: 

Gesamtleistung Hörbach (KWp): 30,94 KWp
Gesamtleistung Hörbach (kWh): 26.300 kWh/Jahr
Gesamtfläche: 215 m2
Projektkosten PV-Anlage Hörbach: 81.000,- Euro