Preisanpassung zum 01.01.2011

Nach Erhöhung der gesetzlichen Abgabe zur Förderung Erneuerbarer Energien um mehr als 70 Prozent wird auch in Herborn der Strompreis leicht steigen - Stadtwerke fangen über 80 Prozent der Preiserhöhung ab - Auch Gaspreis steigt geringer als im Bundesdurchschnitt.

"Nachdem wir sowohl den Strom- wie den Gaspreis zu Beginn des Jahres senken und im Jahresverlauf stabil halten konnten, tragen verschiedene Faktoren nun dazu bei, dass unsere Bezugspreise wieder anziehen", erläutert Jürgen Bepperling, Geschäftsführer der Stadtwerke in Herborn die notwendigen Preisanpassungen bei Strom und Gas zum Jahreswechsel. "Wie in den Medien bereits viel diskutiert, schlägt beim Strompreis vor allem die über 70-prozentige Erhöhung der gesetzlichen Abgabe nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu Buche", führt er zur Steigerung des Strompreises aus. Mit dieser Abgabe, die jeder Stromkunde in Deutschland verbrauchsabhängig nach einem Umlageverfahren entrichtet, wird zum Beispiel die Solarenergie gefördert. "Der Ausbau erneuerbarer Energien ist sicher ein wichtiges und erstrebenswertes Ziel, das für den Stromkunden über den Strompreis allerdings mit einer finanziellen Beteiligung verbunden ist", so Bepperling. Durch die Steigerung der Leistung aus Solaranlage von 3.800 Megawatt in 2009 auf 8.000 bis 10.000 Megawatt in 2010 hat der Gesetzgeber die Abgabe zum Jahreswechsel von 2,436 Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh) auf 4,201, Ct/kWh erhöht.

Stadtwerke fangen mehr als 80 Prozent der Preiserhöhung ab.

"Von der Erhöhung der EEG-Abgabe um 1,765 Ct/kWh (Brutto) übernehmen wir fast 85 Prozent und müssen in unseren Haupttarifen herbornklassik und herbornpronatur nur bis zu 0,27 (Brutto) Ct/kWh an unsere Kunden weitergeben", teilt Bepperling mit und begründet dies mit der verbesserten Effizienz von betriebsinternen Prozessen, die vor allem auf Optimierung und Automatisierung von Abläufen zurück zu führen sei. Nach dem neuen Preisgefüge wird der Arbeitspreis im Tarif herbornKlassik von 23,55 ct/kWh auf 23,80 Ct/kWh und im Tarif herbornPronatur von 22,79 ct/kWh auf 23,05 ct/kWh brutto steigen. Der Grundpreis bleibt unverändert. "Damit liegen die Preissteigerungen zwischen 1,01 und 1,13 Prozent und deutlich unter dem Bundestrend", so Bepperling. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 6.000 kWh liege die Mehrbelastung je nach Tarif zwischen 15,23 und 15,46 brutto pro Jahr. Bepperling geht allerdings davon aus, dass der Strompreis durch steigende Nachfrage im Rahmen der wirtschaftlichen Erholung künftig weiter steigen werde: "Alle Prognosen deuten darauf hin, dass Energie, und damit auch Strom, ein knappes Gut bleiben wird. Hier wollen wir unsere Kunden mit einem neuen Tarif absichern." Der neue Tarif "herbornsicher" biete Festpreisgarantie zum aktuellen Preis auch im kommenden Jahr und Energiepreisfixierung im darauffolgenden Jahr. "Leider steht dafür nur ein begrenztes Stromkontingent zur Verfügung." Auch der Gaspreis steigt leicht "Durch die Preisbewegungen auf den internationalen Märkten sind auch unsere Bezugspreise gestiegen, so dass auch der Gaspreis in Herborn zum Jahreswechsel leicht angehoben werden muss", erläutert Bepperling. Aufgrund der aktuellen Entwicklung hatten bundesweit bereits über 80 Versorger Preiserhöhungen um im Durchschnitt neun Prozent angekündigt. "Da werden wir drunter bleiben können." Mit der aktuellen Anpassung steige der Arbeitspreis pro Kilowattstunde im Tarif herbornbasis bei einem Verbrauch von 25.000 kWh auf 6,53 Cent. Im Tarif herbornvario steige der Preis für diesen typischen Verbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhauses auf 6,35 Cent (jeweils brutto). Bepperling ergänzt abschließend: "Die Preissteigerung bewegt sich im Bereich zwischen 3,78 und 6,94 Prozent und liegt damit deutlich unter Bundesschnitt."