Stadtwerke Herborn stellen weiter die Weichen für die zukünftige Erdgasversorgung

(vom 07.06.2020)

Umstellung der Gasgeräte steht bevor

In Herborn steht die Umstellung von L-Gas (Low calorific gas) auf H-Gas (High calorific gas) unmittelbar bevor. Dazu passen ab Mitte Juli von den Stadtwerken Herborn beauftragte Fachkräfte die Gasgeräte im Netzgebiet an. Dabei geht es um ca. 6.490 Herde, Gasheizungen und andere Geräte. Bei den meisten beschränkt sich der Aufwand auf den Tausch einer kleinen Düse. „Weil das neue Gas einen höheren Energiegehalt hat, werden auch die Zählerstände in den Haushalten abgelesen“, informiert Jürgen Bepperling, Geschäftsführer der Stadtwerke Herborn. „Der Verbrauch wird dann zum Tag der Umstellung hochgerechnet. Die Kosten für den Verbraucher werden sich unterm Strich nicht ändern, sie werden nur anders berechnet.“ Das gesamte Netzgebiet der Stadtwerke soll bis Ende September 2020 umgestellt sein.

Terminvereinbarung leicht gemacht

Die Termine vereinbart das Erdgasbüro wie schon bei der Erfassung der Geräte rechtzeitig im Voraus. Die Techniker kommen in der Regel nicht unangekündigt und können sich ausweisen. „Sie tragen sowohl einen Ausweis unseres Subunternehmens bei sich als auch einen der Stadtwerke Herborn“, erklärt Jürgen Bepperling. In der Sommerferienzeit könnte die Terminvereinbarung trotz Corona-Krise womöglich schwieriger werden. Der Geschäftsführer appelliert an alle Urlauber, anzurufen, wenn ein Termin nicht passt. Auf diese Weise können Zeitverluste vermieden werden.

Großprojekt der Gaswirtschaft

Die Umstellung auf das Gas mit dem höheren Brennwert ist ein Großprojekt, für das sich die deutsche Gaswirtschaft zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2030 bundesweit nach derzeitigem Stand noch rund 5 Millionen Gasgeräte auf den höheren Brennwert anzupassen. Notwendig wird die Umrüstung durch die zur Neige gehenden L-Gas-Vorräte, die bisher vorwiegend aus den Niederlanden kommen. Der neue Gastyp stammt im Wesentlichen aus norwegischer und russischer Förderung.

Damit Gasheizungen & Co. das H-Gas gut vertragen, müssen alle Erdgasgeräte umgerüstet oder in seltenen Fällen durch neue ersetzt werden. Diese so genannte Marktraumumstellung haben die Stadtwerke Herborn lange im Voraus geplant. In einem ersten Schritt wurden bereits ab Herbst 2018 zunächst alle Geräte erfasst, eine Übersicht erstellt und die zur Umrüstung erforderlichen Komponenten bestellt. Jetzt folgt Phase zwei, die tatsächliche Umstellung der Geräte. In einem letzten Schritt stellen die Stadtwerke dann im September 2020 das Gas um. Der Termin ist vom vorgelagerten Netzbetreiber, der Open Grid Europe (OGE), so vorgegeben. Ein großer Teil der Geräte kann bereits vor dem tatsächlichen Schalttag angepasst werden, da diese über eine gewisse Toleranz verfügen. Nur wenige Geräte sind besonders sensibel und müssen am Umstellungstag selbst angepasst werden. Die restlichen Geräte können nach dem Umstellungstermin angepasst werden. Die entsprechenden Kunden werden vom Erdgasbüro separat angeschrieben. Gleiches gilt auch für Kunden mit Geräten, für die aufgrund ihres Alters oder anderer Gründe kein entsprechendes Ersatzteil für die Verträglichkeit von H-Gas zu beschaffen ist. Diese Geräte müssen ausgetauscht werden.

Koordination über das Erdgasbüro

Die Planung der Marktraumumstellung erfolgt über das Erdgasbüro, das die Stadtwerke Herborn gemeinsam mit den Stadtwerken Haiger und der enwag energie- und wassergesellschaft in Wetzlar eingerichtet haben. Das Büro nimmt mindestens drei Wochen im Voraus Kontakt mit den Netzkunden der Stadtwerke Herborn auf. Die Mitarbeiter sind telefonisch erreichbar unter 02772 502-420 oder per E-Mail an erdgasbuero(at)stadtwerke-herborn.de. Wichtige Informationen sind für Sie hier zusammengefasst.

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