Stadtwerke Herborn stellen weiter die Weichen für die zukünftige Erdgasversorgung

(vom 02.07.2020)

Erdgasumstellung startet in die zweite Phase – auch die Zählerstände werden erfasst

Jetzt geht es den Gasgeräten an die Düsen: In Herborn steht die Umstellung von L-Gas (Low calorific gas) auf H-Gas (High colorific gas) unmittelbar bevor. Ab Mitte Juli passen von den Stadtwerken Herborn beauftragte Fachkräfte die Gasgeräte im Netzgebiet an. Weil das neue H-Gas einen höheren Energiegehalt hat, werden auch die Zählerstände in den Haushalten abgelesen. Der Verbrauch wird dann zum Tag der Umstellung hochgerechnet. Unterm Strich werden sich die Kosten für den Verbraucher nicht ändern, sie werden nur anders berechnet, wenn ab September 2020 das hochkalorische H-Gas durch das Netzgebiet fließt.

Gasgeräte werden umgerüstet

Mit diesem Schritt starten die Stadtwerke nun in Phase zwei der drei Phasen des sehr umfangreichen Infrastrukturprojektes der deutschen Erdgasversorgung, der Erdgasumstellung, auch Marktraumumstellung genannt. Weil die natürlichen Vorkommen von L-Gas in Deutschland und den Niederlanden zur Neige gehen, werden bundesweit alle Gebiete, die bisher mit L-Gas versorgt werden, auf H-Gas umgestellt, das vornehmlich aus Russland und Norwegen stammt. „Die beiden Gassorten unterscheiden sich im Methangehalt und somit im Brennwert“, erklärt Jürgen Bepperling, Geschäftsführer der Stadtwerke Herborn. „Da nicht jede Brennerdüse den neuen Brennstoff automatisch verträgt, haben wir das Projekt bereits im Herbst 2018 damit gestartet, dass wir alle Gasverbrauchsgeräte im Netzgebiet erfasst haben“, erinnert Bepperling. „Fachkräfte spezialisierter Unternehmen sind in die Haushalte gegangen und haben in unserem Auftrag eine Übersicht aller installierten Erdgasgeräte erstellt.“ Nachdem nun bekannt ist, welche der vorhandenen Herde, Gasheizungen und anderen Geräte auf den Einsatz von H-Gas umgerüstet werden müssen, und die erforderlichen Komponenten bestellt sind, können die Arbeiten im Juli beginnen. „In den meisten Fällen genügt die Ergänzung oder der Austausch von Bauteilen am Gerät. Eine Ausnahme bilden adaptierende Gasverbrauchsgeräte, welche die Wärmebelastung eigenständig überwachen, hier ist keine Anpassung erforderlich. Die Anpassung der Düse dauert in der Regel ca. 30 Minuten und ist für den Kunden kostenlos“, informiert der Stadtwerke-Geschäftsführer. „Aufgrund der Ergebnisse aus der Erhebungsphase kann es sein, dass bei einem Nachbarn eventuell die Umrüstung schon stattgefunden hat, wir aber erst später in Ihren Haushalt kommen. Dies ist kein Grund zur Beunruhigung, sukzessive werden alle Geräte umgestellt – bei einigen ist das sogar möglich, wenn das neue Gas bereits durch die Leitungen fließt.“

Techniker nehmen die Umrüstung vor Ort vor

Die Termine vereinbart das Erdgasbüro – wie schon bei der Erfassung der Geräte – rechtzeitig im Voraus. „Die Techniker kommen in der Regel nicht unangekündigt und können sich ausweisen. Sie tragen sowohl einen Ausweis unseres Subunternehmers als auch einen Ausweis der Stadtwerke Herborn bei sich“, erläutert Jürgen Bepperling. „Um ganz sicher zu gehen, kann die ursprünglich zur Erhebung vergebene und nach wie vor gültige persönliche Belegnummer beim Monteur abgefragt werden.“ Neben den Monteuren, die die Anpassungen durchführen, und den Zählerablesern derIfi GmbH sind auch Qualitätsprüfer unterwegs, die die ausgeführten Arbeiten stichprobenartig überprüfen. Es kann also sein, dass ein Haushalt in diesem Zusammenhang dreimal besucht wird. Auch die Prüfer können sich mit Lichtbildausweis und der persönlichen Belegnummer ausweisen. „Aus Erfahrung wissen wir, dass im Zusammenhang mit der Marktraumumstellung leider auch wieder einige Betrüger unterwegs sind, die sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Zugang zu Häusern verschaffen wollen. Aus diesem Grund sollte, sobald der geringste Zweifel in der Identität einer Person besteht, auf Nummer Sicher gegangen und das Erdgasbüro unter der Telefonnummer 02772 502-420 angerufen werden. Dort ist man jederzeit informiert, welcher Monteur gerade wo im Einsatz ist“, so Bepperling.

Trotz Corona muss ein strenger Fahrplan eingehalten werden

Die Umstellung im Netzgebiet der Stadtwerke Herborn ist Teil einer langfristig geplanten Strukturmaßnahme der Bundesnetzagentur, die sich Netzentwicklungsplan Gas nennt und einem strikten Zeitplan folgt. Dessen Einhaltung ist auch für die Umstellung der nachfolgenden benachbarten Netzgebiete sehr wichtig. „Aus diesem Grund halten wir alle Haushalte um Unterstützung an“, appelliert Jürgen Bepperling an die Netzkunden. „Bitte gewähren Sie den Monteuren den erforderlichen Zutritt. Dies ist wichtig, um die Geräte auf die neue Erdgasqualität umzurüsten. Selbstverständlich werden die geltenden Hygienemaßnahmen dabei eingehalten. Haushalte, die unter Quarantäne stehen, werden nicht betreten.“

Auf ihrer Homepage haben die Stadtwerke unter alle wichtigen Informationen zur Marktraumumstellung zusammengefasst. Wer Fragen hat, kann darüber hinaus gerne mit dem Erdgasbüro telefonisch unter 02772 502-420 oder per E-Mail an erdgasbuero(at)stadtwerke-herborn.de Kontakt aufnehmen.

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